Erziehung - muß das sein?

Ich habe bereits früher bei der Kinderbetreuung feste Regeln aufgestellt: es gibt keine Gewalt in der Gruppe – Schlagen, Beißen, Treten etc. sind absolut tabu!! Selbstverständlich versuchen die Kinder erst einmal, ob sie sich auf diese Weise durchsetzen oder wehren können, lernen aber sehr schnell, daß miteinander zu Reden wesentlich streßfreier ist. Wenn ein Spielzeug „besetzt“ ist, muß man sich das Spiel­zeug teilen oder et­was anderes spielen – am besten zusam­men, dann macht es auch mehr Spaß. Streitigkeiten beob­achte ich erst einmal und greife nur ein, wenn sich keine Lö­sung abzeigt. Dann unternehmen wir einen Spaziergang zum Spielplatz oder in den Vogelpark – hier gibt es genug Ab­wechslung.

 

Computerspiele oder Fernsehen sind hier keine Alternative, auch Spiel­konsolen sollten Kindern nur in homöopathischen Dosen erlaubt sein. Nur nach Rücksprache mit den Eltern werde ich Kindern die Nutzung 

elektronischer Medien erlauben – z. B. für Hausaufgaben oder Lernprogramme.

 

Ach ja, Hausaufgaben: Natürlich betreue ich Kinder bei den Hausaufga­ben. Nachhilfe gebe ich allerdings nicht. Eltern sollten wissen, wie sorg­fältig ihre Kinder die Aufgaben erledigen, damit sie rechtzeitig eingreifen können bei Bedarf. Lernschwierigkeiten können nur korrigiert wer­den, wenn die Eltern selbst sehen, daß die Kinder Hilfe benötigen.

 

Noch etwas zum Nachdenken und evtl. als Trost: Wenn ältere Leute behaupten: "Früher waren die Kinder besser erzogen!", so sollte man Nachsicht walten lassen. Meiner persönlichen Meinung nach war früher auch nicht alles besser. Und Kinder waren schon immer Kinder. Leidenschaftlich, zum Himmel hoch jauchzend - zu Tode betrübt, und das auch noch in Sekundenbruchteilen! Wir sollten uns lieber daran erfreuen, daß Kinder sich noch keine Zügel anlegen und so sind, wie sie sind! Nehmen wir sie doch als Bereicherung und als Hilfe, unsere Einstellungen zu überdenken.

 

Früher war alles besser?

 

 

"Unsere Jugend ist heruntergekommen und zuchtlos.
Die jungen Leute hören nicht mehr auf ihre Eltern.
Das Ende der Welt ist nahe."
(Keilschrifttext aus Ur um 2000 v. Chr.)

"Ich habe überhaupt keine Hoffnung mehr in die Zukunft unseres Landes, wenn einmal unsere Jugend die Männer von morgen stellt.
Unsere Jugend ist unerträglich, unverantwortlich und entsetzlich anzusehen."
(Aristoteles) 

"Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten soll. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die 
Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer." 
Sokrates (470 - 399 v. Chr.)

» ...die Schüler achten Lehrer und Erzieher gering. Überhaupt, die Jüngeren stellen sich den Älteren gleich und treten gegen sie auf, in Wort und Tat.« 
Platon (427 - 347v.Chr.) »Der Staat«

580 n.Chr. schreibt Gregor von TOURS, »...daß man die Flammen der jugendlichen Leidenschaft nur mit Hilfe der klösterlichen Aufsicht und einer strengen Disziplin besiegen könne.« 

1250 vertritt Vincent von BEAUVAIS die Auffassung, 
»...wenn der Knabe ... ins Jünglingsalter tritt, so hat er auch dann, weil sich dieses Alter ebenso leicht dem Bösen zuneigt, den Zügel der Zucht nötig...«


»Die Welt macht schlimme Zeiten durch. Die jungen Leute von heute denken an nichts anderes als an sich selbst. Sie haben keine Ehrfurcht vor ihren Eltern oder dem Alter. Sie sind ungeduldig 
und unbeherrscht. Sie reden so, als wüssten sie alles, und was wir für weise halten, empfinden sie als Torheit. Und was die Mädchen betrifft, sie sind unbescheiden und unweiblich in ihrer Ausdrucksweise, ihrem Benehmen und ihrer Kleidung.«
 Mönch Peter, 1274

»Das Sittenverderben unserer heutigen Jugend ist so groß, dass ich 
unmöglich länger bei derselben aushalten kann. Ja, oft geschieht es, dass die nicht in Schranken gehaltene oder nicht gebührend ausgetriebene Zuchtlosigkeit eines einzigen Jünglings von ungesunder Triebkraft und verdorbenen Auswüchsen auch die übrigen noch frischen und gesunden Pflanzen ansteckt.« 
(18. Jahrhundert)

1852 heisst es in einem Regierungsbericht: »Es ist die Wahrnehmung gemacht worden, daß bei der Schuljugend die früher kundgegebene Anständigkeit und das sittliche Benehmen ... mehr und mehr verschwinde.«



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aktualisiert am

13.05.2018

 

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